Maruan
Autor
Maruan
Datum
28th März 2019
Kategorie

OKRs: Die Management-Methode zur effektiven Zielerreichung

Objective Key Results, abgekürzt auch OKR’s hört man immer häufiger. Gerade im digitalen Umfeld ist diese Management-Methode beliebt. OKR’s versprechen eine effektivere Vorgehensweise, wenn es um die Erreichung von Unternehmenszielen geht. Ein Objective (Ziel), das es zu erreichen gilt, wird an 2-5 messbare Key Results geknüpft. Wenn die Key Results erzielt sind, gilt das Objective und somit das Ziel als erfolgreich erreicht. Lass uns OKR’s anhand eines fiktiven Beispiels näher kennenlernen.

Joe Jacked und seine Firma „Kundenkennen“

Joe Jacked besitzt eine SaaS Firma namens „Kundenkennen“. Diese hilft E-Commerce Unternehmen dabei, durch Heatmaps, Session Recording und KI ihre Nutzer besser kennenzulernen. „Kundenkennen Pro“ lautet die derzeitige Paid-Variante der Software. Joe wäre aber kein Unternehmer, wenn er nicht schon das Produkt in der Pipeline hätte …

Kundenkennen Pro läuft gut. Viele treue Kunden nutzen es täglich für ihre Website Analyse. Joe – derzeit im 2. Quartal des Jahres – hat lange mit seinem Dev-Team an Kundenkennen Premium gearbeitet. Das kostet doppelt so viel wie Kundenkennen Pro. Dafür bietet es dem Kunden noch mehr wertvolle Insights, mit dem die Kunden noch gezielter ihre UX auf Conversion optimieren können. Darüber hinaus sind viele Features dabei, die von Stammkunden immer wieder im Support angefragt wurden. Im 3. Quartal plant Joe den Launch der Premium Variante.

Selbstverständlich möchte Joe unbedingt, dass der Produktlaunch von Kundenkennen Premium ein voller Erfolg wird. Seine Firma hat keine Kosten und Mühen gescheut das bestmögliche Produkt zu entwickeln. Jetzt gilt es nur noch, die Kunden davon zu überzeugen.

Joe steht an einer Gabelung:

  • Linker Pfad, Szenario 1: Keine OKRs
  • Rechter Pfad, Szenario 2: OKRs

Lass uns beide Szenarien durchspielen. Beginnen wir mit dem linken Pfad.

Keine OKRs: Verschwommener Fokus ohne Objectives and Key Results

Alle 50 Mitarbeiter von Kundenkennen sind involviert und arbeiten an der Premium Version des Produkts.

Joe hat seinen Head-Of’s mitgeteilt, wie wichtig der Erfolg der zweiten Version für das bestehen des Unternehmens ist. Die Head-Of’s teilen das wiederum ihren Teams mit.

In den ersten Wochen packen alle zielgerichtet mit an. Jeder versucht Hype für das Produkt zu erzeugen. Einige setzen Social Media Kampagnen auf. Andere schreiben Bestandskunden an und bewerben die neuen Features. Das CRM Team baut an der Landingpage um Anmeldungen für Kundenkennen Premium zu bekommen.

Keine Frage, alle geben sich Mühe, dass der Launch von Kundenkennen Premium erfolgreich wird. Mit der Zeit vergeht aber die Klarheit, Präsenz und Definition des Ziels. Jede Handlung, die in irgendeiner Art und Weise mit dem Ziel in Verbindung gebracht werden kann, wird ausgeführt. So bleibt es nicht aus, dass mancher Mitarbeiter Umwege nimmt. Die Head-Of’s, welche über eine Vogelperspektive verfügen, sind nicht immer präsent, um die Mitarbeiter ggf. wieder auf den richtigen Pfad zu führen.

Von außen betrachtet wirken alle motiviert und produktiv. Viele Ergebnisse, auf die abgezielt wird sind jedoch subjektiv, nicht richtig klar und semi effektiv.

Genau hier setzen OKR’s an.

Stop. Rewind. Nun spielen wir den rechten Pfad durch. In diesem Szenario arbeitet Joe mit OKRs als Management-Methode.

OKR’s: Klarer Fokus über alle Ebenen hinweg mit Objectives and Key Results

Alle 50 Mitarbeiter von Kundenkennen sind involviert und arbeiten an der Premium Version des Produkts.

Joe arbeitet mit OKRs. Diese dienen Ihm als Kompass, um immer zu wissen, ob er in die richtige Richtung läuft.

OKRs fungieren wie ein Kompass. Es gibt immer ein klares Feedback darüber in welche Richtung man läuft. (Photo by Daniil Silantev on Unsplash)

Joe hat sich hingesetzt und seine OKR’s wie folgt definiert.

Objective: Erfolgreicher Produktlaunch von Kundenkennen Premium

  • Key Result: 1000 Neue Voranmeldungen für Kundenkennen Premium
  • Key Result: 10 Publikationen in Online Fachmagazinen
  • Key Result: 30% von Voranmeldungen in Test Nutzer konvertieren
  • Key Result: 50% der Testnutzer in zahlende Kunden konvertieren

Jetzt weiß Joe genau ab wann der Launch von Kundenkennen Premium als „erfolgreich“ gilt. Doch nicht nur Joe weiß das. Er hat dafür gesorgt, dass diese Ziele plakativ im Büro hängen und für jeden einsehbar sind.

Eselsbrücke zur Definition von Objective und Key Results okrexamples.co

OKRs für Fachabteilungen

Die Head-Of’s können nun für ihre Fachabteilungen OKRs definieren, die auf die Key Results der darüber liegenden Objectives einzahlen.

Brad Douché – Head-Of des Customer Service Teams – hat durch Jacked Joe’s klaren Anweisungen ein definiertes Ziel. Durch 1A Kundenservice jeden zweiten Testnutzer in einen zahlenden Nutzer zu verwandeln (Key Result: 50% der Testnutzer in zahlende Kunden konvertieren). Dafür legt er Maßnahmen fest, die er wiederum anhand von Key Results misst.

Objective: 50% der Testnutzer in zahlende Kunden verwandeln

  • Key Result: Bei Supportfragen: Jedem Kunden in weniger als 2 Stunden antworten
  • Key Result: 80% des Kundenfeedbacks +4 Sterne bekommen
  • Key Result: Kunden, die sich 3 Tage in Folge in die Testversion eingeloggt haben persönlich anrufen

Diese OKRs hängt Brad am Schreibtisch seines Teams auf. Jeden Tag aufs neue sehen alle Mitarbeiter des Customer Service diese Ziele. Auch wenn Brad Douché mal nicht da ist, wissen die Mitarbeiter ob sie in die richtige Richtung laufen oder nicht. Jede Handlung des Mitarbeiters wird daran gemessen, ob sie auf eines der Key Results einzahlen oder nicht.

Ich hoffe Jacked Joe und Kundenkennen konnten euch die Idee von OKRs demonstrieren. Joe hat OKRs jedoch nicht erfunden. Das war jemand anders vor ca. 50 Jahren …

Ursprünge von OKRs

OKRs wurden ursprünglich von Andy Grove erfunden. Dieser hat es in den 70ern bei Intel etabliert. John Doerr wiederum hat es über Andy Grove kennengelernt. In seiner späteren Laufbahn als Investor und Berater hat John Doerr die OKR Methode seinen Kunden empfohlen, unter anderem auch Google. Google hat OKRs schnell in ihre Unternehmenskultur aufgenommen und als Management Methode implementiert.

Measure what matters

John Doerr hat 2017 sein Buch „Measure what matters“ publiziert. Nachdem ich das Buch am Anfang des Jahres gelesen habe, habe ich selbst angefangen OKRs anzuwenden. Larry Pages Vorwort zu diesem Buch:

OKRs have helped lead us to 10x growth, many times over. They’ve helped make our crazily bold mission of ‚organizing the world’s information‘ perhaps even achievable. They’ve kept me and the rest of the company on time and on track when it mattered the most.

Larry Page

Hier kannst du das Buch kaufen

Wie ihr seht ist der plakativste Use Case von OKRs Google. Deswegen hört man häufig OKRs und Google in einem Satz.

Vorsicht: Der Inhalt des Buches kann auf einen Blogpost reduziert werden 😉. Der Rest des Buches ist mit Use Cases von Organisationen die OKRs erfolgreich anwenden gefüllt. Nicht schlecht John, ein ganzes Buch voll mit Rezensionen für die Beratungsleistung die du anbietest. 😉

Aufbau von OKRs

Der Aufbau von OKRs ist immer der gleiche. Ein Objective (Ziel), welches motivierend formuliert ist und Key Results, die daran geknüpft sind. In der Regel ist ein Objective an 2-5 Key Results geknüpft. Ein Objective gilt als erfolgreich, wenn die daran geknüpften Key Results erreicht sind. Sorry to dissapoint: No Rocket Science here.

Ein Beispiel OKR im Bereich Produktmanagement okrexamples.co

OKR’s bei Organisationen mit weniger als 10 Personen?

Ja. Ich bin selbständig und habe einen Mitarbeiter. Ich nutze ebenfalls OKRs. Es hilft mir meinen Fokus zu wahren und zu jeder Zeit meine aktuelle Handlung mit meinen OKRs abzugleichen.

Hier meine OKRs:

Objective: Ich möchte Nachfrage und Awareness für meine Dienstleistung als UX-Berater kreieren

  • Key Result: 10 Anfragen über meine Website bis ende Mai
  • Key Result: 100 Newsletter Anmeldungen für UX-Kekse bis ende Mai

Apropos UX-Kekse, was hat es damit eigentlich auf sich?

Ich schreibe Dir eine kurze E-Mail pro Woche. Jede E-Mail beinhaltet ein Thema (UX-Keks). Diese kleinen aber gehaltvollen Tipps helfen Dir dabei dein digitales Produkt kontinuierlich zu verbessern.

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