Wie du am besten in die Selbständigkeit startest

Gerade am Anfang der Selbständigkeit ist es wichtig Fuß zu fassen und sich einen Kundenstamm aufzubauen. In diesem Video teile ich euch mit, wie Ihr euch für den Start am Markt positioniert und wie sich die Selbständigkeit entwickeln kann.

Wie positioniert man sich am besten?

Viele machen Anfangs den Fehler sich als Selbständige in zu vielen Fachbereichen zu präsentieren. Da gerade der Markt für Freiberufler Fachkraft dominiert ist, läuft man Gefahr schwammig daher zu kommen wenn man alles ein bisschen macht – »Jack of all trades, master of none«. Finde den Spagat zwischen einer Nische die Dir Spaß macht und Nachfrage des Marktes zur Nische. Wenn im Freundes / Bekanntenkreis das Thema UX Design aufkommt sollte man direkt an Dich denken (Wenn UX Design deine Nische ist). Das passiert nicht wenn Du ein bisschen Print, WordPress aber auch Entwicklung machst.

Das T-Modell NACH gelungenem Einstieg in den Markt

Wenn man über seine Nische Anschluss an den Markt gefunden hat kann man bei Kunden kommunizieren, welche Fachbereiche man noch abdecken kann. Dieses kommt jedoch erst im zweiten Schritt. Gerade in der digitalen Welt ist es von Vorteil weitere Fachbereiche neben den Eigenen zu kennen. Mit diesem Wissen hat man ein ganzheitliches Verständnis für Projekte und kann seine Leistungen bei Erstgesprächen attraktiver verkaufen. Dem Kunden wird vermittelt, dass man nicht ausschließlich eine Fachkraft ist, sondern Verständnis hat für das große ganze und im Idealfall sogar Input für das Projekt über seinen Aufgabenbereich hinaus liefern kann.

Entwicklung der Selbständigkeit

Wenn die Dinge sich gut entwickeln, kann es dazu kommen, dass die Nachfrage an die angebotenen Leistungen größer ist als man abbilden kann. Hier wird man mit der Frage konfrontiert ob man wachsen möchte oder nicht. Bei mir habe ich weiterhin mit dem Kunden kommuniziert, war das Gesicht nach außen und habe für Verträge und Deliverables beim Kunden gehaftet. Jedoch habe ich nach und nach Hilfe für Tätigkeiten wie Front-End Umsetzung und die Ausgestaltung von meinen Konzepten eingeholt. Erst passierte das auf Projektbasis, später auf Teilzeit-Festangestellten Basis. No-Brainer: Natürlich sollte man besonders hier darauf achten, dass man seinen Qualitätsanspruch hält (besser noch: stetig verbessert). Die Qualität hat einem schließlich zu der erhöhten Nachfrage verholfen und sollte nicht nachlassen.
Anfangs ist die Herausforderung organisatorischer Natur, da man aus seinem Fachbereich wieder etwas herausgezogen wird und in die Planung kommt. Mitarbeiterpläne erstellen, Kommunikation der Projekte an die Mitarbeiter, Arbeitsverträge schreiben, Urlaubsplanung der Mitarbeiter … etc. Das alles sind Dinge die Eigenschaften wie Disziplin, Selbstreflexion, eigenverantwortliches- und strukturiertes arbeiten benötigen. All diese Qualitäten sind grundsätzlich auch beim Start in die Selbständigkeit als One-Man-Show von Vorteil. Jedoch glaube ich, dass die Chancen die alleinige Selbständigkeit zu bewältigen mit schwacher Ausprägung dieser Eigenschaften möglich ist. Der Aufbau des Teams und das laufenden Kundengeschäft weiterhin erfolgreich abwickeln hingegen wird sich ohne diese Eigenschaften schwieriger gestalten.
Nachdem Aufbau eines Teams folgt unweigerlich die Frage der Außendarstellung. Ist man noch Freelancer / Selbständiger? Oder doch schon eine Agentur, da man direkt mit dem Kunden Verträge schreibt und ein Team hat? Diese Fragen stelle ich mir gerade selbst. Ich glaube in bestimmten Bereichen ist es gut als Professioneller Freiberufler für einen tiefen und gefragten Nischenbereich aufzutreten – selbstverständlich mit dem jeweiligen Skillset. Dann wiederum wenn es um Projekte geht, die man komplett mit dem Team abwickeln kann ist es von Vorteil sich als Agentur zu positionieren. Beide Varianten erfordern natürlich das Liefern von Ergebnissen. Last but not least führt das zum nächsten Punkt …

… Selbständigkeit, eine Reise für sich

Seit drei Jahren bin ich nun selbständig. Bisher bereue ich keinen Tag dieser Reise. Jedoch möchte ich ungerne ein glorifiziertes Social-Media-Entrepreneur Bild der Selbständigkeit vermitteln. Sobald man den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat, ist man nicht mehr im geschützten Nest des Corporate-Umfelds. Man selbst ist muss volle Verantwortung tragen. Wenn es um Ergebnisse von Projekte geht, generieren von Neukunden, oder um das stetige Weiterentwickeln damit man mit der schnelllebigen digitalen Welt mithält. Ganz zu schweigen von der Verantwortung für seine Mitarbeiter, wenn man ein Team aufbauen sollte. Wenn ich ehrlich bin, haben diese Dinge ein Grundrauschen in mir ausgelöst, welches am Anfang und bis vor kurzem noch sehr präsent war. Wie geht es in ein paar Monaten weiter? Wie wird das nächste Jahr aussehen? Was ist wenn …?. Ein Grundrisiko mit dem ich erstmal umgehen lernen musste – und immer noch muss. Einigen fällt das schwer, anderen weniger. Ich hege Bewunderung für Leute die diesen Schritt gehen und privat auch Verantwortung in Form von Familie und Kindern übernehmen müssen. Auf der anderen Seite kommt es auch nicht selten vor das der Beginn der Selbständigkeit viele dazu bringt sich persönlich stark weiterzuentwickeln. Der Markt gibt echtes Feedback auf die Handlungen von einem, keine Samthandschuhe, keine Schmeicheleien. Man lernt spannende (und weniger spannende) Leute kennen, geht lange und kurze Geschäftsbeziehungen ein und wächst daran. Dinge die vor einem Jahr gestresst und überwältigt haben sind heute Routine. Gestresst und überwältigt wird man jetzt von Dingen die einem letztes Jahr noch sehr weit weg schienen.

Abschließend

VORSICHT POLITISCHE MEINUNGDeutschland kann meiner Meinung nach mehr tun für Unternehmer, Selbständige und Freiberufler. Der Bürokratische Initialaufwand sollte keine so große Hürde darstellen wie es derzeit der Fall ist. Trotzdem finde ich, dass wir im Sozialstaat Deutschland weich fallen, wenn sich herausstellt das es die falsche Entscheidung war. Am Ende des Tages kann einem keiner die Entscheidung abnehmen.Ende POLITISCHE MEINUNG Meine persönliche Motivation: Ich möchte mir später ungerne vorwerfen, etwas nicht probiert zu haben wonach mir war. Denn auch wenn die Unternehmung scheitern sollte, hat man Peace of Mind und bereut nicht »Es nicht versucht zu haben«.

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